Johann Sebastian Bach
...war von 1717 bis
1723 Kapellmeister am Hof des Fürsten Leopold
von Anhalt-Köthen. Von Weimar kommend, fand er in
Köthen eine wachsende Musikalien- und Instrumentensammlung
und eine exzellente Hofkapelle vor, die Leopold aus Europas
jüngster Königsstadt Berlin für seinen Musenhof
rekrutierte.
Der Köthener Musenhof
schien Bach so günstige Bedingungen zu bieten, daß
er zunächst für immer hier zu bleiben gedachte.
Der Jugendfreund Erdmann erfuhr im Oktober 1730:
"Daselbst hatte einen
gnädigen und Music so wohl liebenden als kennenden Fürsten
/ bey welchem auch vermeinete meine Lebenszeit zu beschließen."
Als Köthener Werke
Bachs gelten die Sonaten und Partiten für Violine
solo, das "Clavierbüchlein vor Wilhelm Friedemann",
die "Concerts avec plusieurs instruments"
und weitere Orchesterwerke, das Wohltemperirte Clavier
I, die Inventionen & Sinfonien. Die Englischen
Suiten, die Partita für Flöte solo.
Die Französischen Suiten, Suiten für Violoncello
solo, Sonaten für Cembalo und Violine, aber
auch mindestens acht Kantaten für höfische Feste
wurden hier vollendet.
Dem Köthener Fürsten
stand nicht zu Gebote, Bachs Lebensziel auf Dauer zu begleiten.
Doch gewährte er jenen Raum, den Bach um 1720 zur
Entwicklung und Entfaltung seines Schaffens benötigte.
Auch nach Übernahme
des Leipziger Thomaskantorats kehrte Bach - nunmehr
"Hochfürstlich Anhalt-Cöthenischer Capellmeister
von Haus aus" - auf Köthener Anlässe mehrmals
hierher zurück.
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